Worüber Zeitungen wirklich berichten: Nachrichtenfaktoren für Jäger

„Hund beißt Mann ist keine Nachricht wert – Mann beißt Hund schon." Der Satz des amerikanischen Journalisten John B. Bogart ist über hundert Jahre alt und erklärt bis heute, warum manche Meldungen gedruckt werden und andere nicht. Wer als Pressewart versteht, wonach Redaktionen Themen auswählen, hört auf, Vereinsprotokolle zu verschicken – und fängt an, Geschichten anzubieten.

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Womit verdienen Medien Geld? Mit guten Geschichten.

Eine Redaktion ist kein Amt, das Ihre Mitteilungen verwalten muss, sondern ein Betrieb, der täglich um die Aufmerksamkeit seiner Leser kämpft. Täglich passiert übrigens genau so viel, wie in eine Zeitung passt – ausgewählt wird nach Nachrichtenwert. Diese Auswahlkriterien heißen Nachrichtenfaktoren. Je mehr davon Ihr Thema bedient, desto wahrscheinlicher wird berichtet.

Vier Nachrichtenfaktoren, die für die Jagd am stärksten wirken

Insgesamt arbeiten Redaktionen mit zehn solcher Auswahlkriterien. Die vier, die Ihre Jägerschaft am häufigsten bedienen kann:

  1. Nähe: Lokalzeitungen lieben Lokales. „Hegering Musterstadt" schlägt jede Bundesstatistik.
  2. Tragweite: Wie viele Menschen betrifft es? Wildunfälle betreffen jeden Autofahrer – deshalb funktioniert das Thema immer.
  3. Dramatik: Rettung, Einsatz, Wettlauf gegen die Zeit – die Kitzrettung im Morgengrauen erzählt sich von selbst.
  4. Kuriosität: „Igelfamilie stoppt ICE" – das Ungewöhnliche wird gedruckt.

Alle zehn Nachrichtenfaktoren – samt der Frage, wie Sie jeden einzelnen gezielt für Ihre Themen aktivieren – behandeln wir im Presse-Intensiv; nachlesen können Sie sie ab Oktober im Handbuch.

Der Praxistest: Bevor Sie eine Pressemitteilung schreiben, zählen Sie ehrlich durch: Wie viele Nachrichtenfaktoren bedient mein Thema? Bei null oder einem: Thema schärfen oder weglassen. Ab zwei bis drei wird es interessant.

Vom Vereinstermin zur Geschichte

Das Handwerk besteht darin, Ihre Anlässe so zu drehen, dass Nachrichtenfaktoren entstehen. Nicht: „Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen". Sondern: „Jüngste Kreisjägermeisterin im Land gewählt" (Neuigkeit, Prominenz, Nähe). Denken Sie dabei immer in der Lebensrealität der Leser: Was hat der Nichtjäger davon, das zu wissen?

Verlässliche Anlässe mit eingebauten Nachrichtenfaktoren liefert das Jagdjahr selbst – vom Setzzeit-Appell bis zur Zeitumstellung. Eine Monatsübersicht finden Sie im Jagdjahr-Themenkalender.

Was Journalisten von Ihnen brauchen

Redaktionen nutzen bevorzugt Quellen, die schnell, zuverlässig und verständlich liefern: einen erreichbaren Ansprechpartner, zitierfähige Sätze, ein druckbares Foto. Wer das zwei-, dreimal bewiesen hat, wird angerufen, bevor geschrieben wird – und genau dann beginnt Pressearbeit zu wirken.

Ihr Team soll Themen sehen lernen?

Im Tagesworkshop „Presse-Intensiv" trainieren Vorstand und Presseobleute Ihrer KJV genau das – am Ende steht eine fertige Presseinformation zu Ihrem Thema.

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