Pressemitteilung für die Kreisjägerschaft: der 10-Punkte-Aufbau
Die häufigste Frage in meinen Workshops mit Pressewarten: „Warum druckt die Zeitung unsere Mitteilungen nicht?" Die ehrliche Antwort: Weil die meisten Pressemitteilungen aus Vereinen so geschrieben sind, dass eine Redaktion sie erst komplett umbauen müsste – und dafür hat niemand Zeit. Die gute Nachricht: Der Aufbau einer Presseinformation, die gedruckt wird, ist Handwerk. Und Handwerk kann man lernen.
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Das Prinzip: die umgekehrte Pyramide
Journalistische Texte funktionieren andersherum als Schulaufsätze: Das Wichtigste steht ganz oben, die Details folgen nach unten in absteigender Bedeutung. Der Grund ist praktisch – Redaktionen kürzen von hinten. Wenn Ihre Kernaussage im letzten Absatz steht, fliegt sie als Erstes raus. Eine gute Presseinformation aus der Kreisjägerschaft ist 1.500 bis 2.500 Zeichen lang und beantwortet die wichtigsten W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo? Warum?) bereits im ersten Absatz.
Die ersten vier der zehn Bausteine
Eine Presseinformation, die gedruckt wird, besteht aus zehn Bausteinen. Die vier wichtigsten – weil hier die meisten Vereinsmitteilungen scheitern:
- Überschrift: kurz, aktiv, mit der Kernaussage – keine Vereinsprosa („Jahreshauptversammlung der KJV"), sondern Nachricht („Jäger rüsten sich für Wildunfall-Saison").
- Unter-Überschrift: ergänzt die wichtigste Zusatzinformation in einem Satz.
- Key-Facts-Übersicht: die zentralen Fakten auf einen Blick – hilft der Redaktion beim schnellen Erfassen.
- Einleitung mit den W-Fragen: Wer, was, wann, wo, warum – im ersten Absatz, nicht im dritten.
Die übrigen sechs Bausteine – von den Zwischenüberschriften über den richtigen Umfang bis zum Abbinder, mit dem sich Ihr Verein in jeder Mitteilung selbst vorstellt – finden Sie ausführlich erklärt im kostenlosen 10-Punkte-Leitfaden, zusammen mit einer kompletten Muster-Pressemitteilung zum Abschauen.
Textregeln, an denen Redaktionen Profis erkennen
Drei Beispiele aus dem Redaktionshandwerk:
- Bei der ersten Erwähnung immer Vor- und Nachname – danach nur der Nachname, ohne „Herr" und „Frau".
- Im Fließtext nichts fetten, sperren oder unterstreichen.
- Fachbegriffe übersetzen: Die Leserin Ihrer Lokalzeitung weiß nicht, was eine Kirrung ist.
Die vollständige Liste der Textregeln steht im Leitfaden – inklusive der Regeln für Zahlen, Mengenangaben und Zitate.
Und dann: richtig versenden
Die beste Presseinformation nützt nichts, wenn sie im Postfach untergeht. Die wichtigsten Versandregeln: Empfänger ins BCC, eindeutige Kennzeichnung als Pressemitteilung, Betreffzeile maximal 50 Zeichen und aussagekräftig, der Text sofort in der E-Mail sichtbar (nicht nur als Anhang), Anhang als Word-Datei statt PDF – und nach dem Versand erreichbar sein. Wie Sie die richtigen Empfänger finden, lesen Sie im Ratgeber Presseverteiler aufbauen.
Woher kommt das Thema?
Der häufigste Engpass ist gar nicht das Schreiben, sondern die Themenwahl. Was eine Redaktion interessiert, entscheiden Nachrichtenfaktoren – und das Jagdjahr liefert verlässlich Anlässe, vom Kitz im Mai bis zur Zeitumstellung im Oktober. Eine Übersicht gibt der Jagdjahr-Themenkalender.
Alle zehn Bausteine + Muster-Pressemitteilung
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